Auf die 'Hühnerleiter' gekommen, die symmetrische Speisung einer Drahtantenne - etwas Theorie und mehr Praxis return
Projekt: Symmetrische Antennenspeisung mit einer 'Hühnerleiter'
Kontakt: dl2lto@darc.de
 
Energietransport zur Antenne
Die Antenne wird von vielen Amateuren bedauerlicherweise stiefmütterlich behandelt. Dabei verdient gerade die Antenne besondere Beachtung, denn eine gute Antenne ist der beste Hochfrequenzverstärker. Jeder Funkamateur weiß auch, eine Antenne sollte möglichst hoch und frei über Grund hängen. Das ist aber oft ein Wunschgedanke, denn der Sender befindet sich im gemütlichen Shack, meistens weit weg von der Antenne. Die Energie des Senders muß aber möglichst verlustfrei zur Antenne transportiert werden. Dazu bedarf es einer Speiseleitung, die verlustarm an Sender und Antenne anzupassen ist.
Es gibt zwei Möglichkeiten für den Energietransport vom Sender zur Antenne. Da wäre die Speisung der Antenne über eine angepaßte Speiseleitung mit Koaxkabel oder über eine abgestimmte Speiseleitung mit einer 'Hühnerleiter'. Zur letzteren Speisungsart gleich mehr.
Die symmetrische Speisung einer Drahtantenne ist ein interessantes Betätigungsfeld. Früher wurden Zweidrahtleitungen sehr oft zur Speisung von Antennen konstruiert. Heute ist Koaxspeisung zum Standard geworden. Aber alte Traditionen kehren zurück. Man erinnert sich immer öfter an diese 'alte' Speisungsart. Die 'Hühnerleiter' zum Speisen und Anpassen von symmetrischen Antennen kommt wieder zurecht in Mode. Hier wird versucht, ohne groß ins Detail zu gehen, einige Zusammenhänge zwischen Strahler und Speiseleitung darzustellen. Einige selbst gestellte Fragen möchte ich hier versuchen zu beantworten.
Warum erleben symmetrisch gespeiste Antennen ein come back? Was sollte beim Bau einer 'Hühnerleiter' beachten werden? Muß der Strahler immer resonat sein? Wie baue ich meine 'Hühnerleiter' selbst? Was bietet der kommerzielle Markt an?
Der Bastler baut seine symmetrische Speiseleitung selbst und ist zurecht Stolz darauf. Diese besteht aus zwei parallelen und freiliegenden Drähten, die durch isolierte Spreizer in konstantem Leiterabstand gehalten werden. Man bezeichnet solche Leitungen als Feeder. Kommt aus dem englischen to feed und bedeutet speisen. Im Amateurgebrauch auch 'Hühnerleiter' genannt. Warum eigentlich der Ausdruck 'Hühnerleiter'?
Es ist nur ein anderes Wort für 'Lecherleitung', genannt nach Prof. Lecher, der vor langer Zeit das Prinzip der parallelen Doppeldrähte bei seinen Experimenten entwickelte. Es sieht eben so aus wie eine 'Hühnerleiter'. Stimmt doch, oder? Skizze 'Hühnerleiter'
 
Mitten gespeister Dipol
Resonante Dipole haben ein Länge von l/2 und weisen im Speispunkt, der mittig ist einen reellen Widerstand. Resonanz besteht aber nur auf einer ganz bestimmten Frequenz.
Strom- Spannungsverteilung auf einem Lamda/2 Dipol In der Strahlermitte hat der Strom ein Maximum, einen Strombauch. An gleicher Stelle hat die Spannung einen Nulldurchgang, einen Spannungsknoten. An den Strahlerenden ist es genau umgekehrt. Spannungsmaximum während der Strom gegen Null tendiert.
Die Einkopplung der Hochfrequenz erfolgt gewöhnlich im Strombauch, in der Mitte über eine Speiseleitung.
Da wir aber möglichst mit einer einzigen Antenne auf allen Kurzwellenbändern gut bis sehr gut die Leistung vom TRX auf die Antenne übertragen und abstrahlen möchten, müssen die Verluste gegen Null gehen. Dieser Fakt ist gerade im QRP Bereich wichtig. Denn, wenn von den erzeugten 5 Watt nur ca. 1 bis 0,5 Watt abgestrahlt werden sollte ich ins Grübel kommen.
An den Strahlerenden verzeichnet man eine hohe Spannung und geringen Strom, das spricht für eine hohe Impedanz. In Strahlermitte ist beim Halbwellenstrahler dagegen geringe Spannung und hoher Strom, also geringe Impedanz.
Obwohl die Impedanz für jeden beliebigen Punkt des Strahlers ermittelt werden kann, wird der Speisepunktwiderstand als die Impedanz einer Antenne bezeichnet. Die Impedanz eines resonanten Strahlers kann durch das Verhältnis von Spannung und Strom an diesem Punkt relativ genau definiert werden. Realtiv desshalb, weil die Umgebungseinflüsse eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen. Im Resonanzfall ist dieser Widerstand reel. Außerhalb der Resonanz wird er mit einem induktiven oder kapazitiven Blindanteil belastet.
Anzumerken ist noch folgendes. Die Antennenlänge eines Monodipols ist aber nicht genau l / 2 sondern mit einem Verkürzungsfaktor behaftet. Das begründet sich erstens mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit in den Drähten gegenüber der Luft und zweitens mit der Annahme von Drahtstärken des Strahlers von 1.5 bis 3.5 mm im Durchmesser. Das ist die Theorie, sehr wichtig. Aber in der Praxis kann man im Kurzwellenbereich mehr Tolleranz zulassen, denn die Umgebungseinflüsse einer Antenne sind so vielfältig, daß man diese zwar berücksichtigen muß aber bitte nicht mit 3 Stellen nach dem Komma rechnen, Hi.
Interessant ist natürlich die Betrachtung bei Allbandbetrieb auf den Kurzwellenbändern. Da kommt mir wieder die Frage in den Kopf. Muß denn der Strahler unbedingt auf den Bändern resonant sein? Muß der Strahler unbedingt l / 2 sein? Meine Antwort lautet nein, denn bei Multibandbetrieb funktioniert das auch gar nicht. Wir haben im Strahlermittelpunkt keine reellen Verhältnisse mehr, der Wirkanteil ist mit kapazitiven und induktiven Blindanteilen behaftet. Das können wir aber schnell ändern, denn die Resonzverhältnisse auf allen Bändern werden durch Einbeziehen der 'Hühnerleiter' wieder hergestellt. Das Antennensystem muß als Ganzes betrachtet werden, Strahler und Speiseleitung. Mit einem geeigneten Anpaßgerät lassen sich die Blindanteile herausstimmen und der verbleibende reelle Impedanzanteil auf die heutzutage üblichen 50 W transformieren.
Und noch etwas positives. Da der Dipol in der Mitte gespeist wird, beide Schenkel also gleich lang sind, ist der Dipol symmetrisch. Das elektromagnetische Feld erstreckt sich zwischen den Dipolschenkeln A/B. Um den Stromkreis zu schließen braucht es keine Erde.
So könnte die Strom- und Spannungsverteilung auf einer in Oberwellen erregten Dipol-Antenne aussehen. Oberwellen ...
 
Gedanken zum Halbwellendipol und einige Anmerkungen zur symmetrischen Speiseleitung
Der Dipol ist die wohl meist angewandte Antennenform in der Amateurfunkpraxis. Der Halbwellendipol entspricht der halben Wellenlänge der zu verwendenden Frequenz. In diesem Fall ist der Dipol resonant, aber nur auf dieser Frequenz. In seiner geometrischen Mitte ist der Dipol aufgetrennt. An dieser Stelle, dem Speisepunkt, kann die Speiseleitung angeschlossen werden. Ein mittig gespeister Dipol ist symmetrisch und zur Erde im elektrischen Gleichgewicht.
Umgangssprachlich hat sich der Begriff Doppelzepp eingebürgert. Dieser Doppelzepp ist ja nichts anderes als ein Dipol, der symmetrisch mit einer Hühnerleiter gespeist wird.
In den weiteren Ausführungen soll der Multibandstrahler als Einheit von Strahler und Speiseleitung betrachtet werden. Stellt euch vor, ihr spannt im Garten einen Dipol 'beliebiger' Schenkellänge mit 'beliebiger' Hühnerleiterlänge' als Speiseleitung und führt das offene Speiseleitungsende auf einen symmetrischen Tuner. Nun noch optimal abgestimmt und eine Logseite nach der anderen wird mit DX auf allen Kurzwellenbändern gefüllt.
Mit einer einzigen Antenne, die einfach und unauffällig konstruiert werden kann, auf allen Kurzwellenbändern qrv zu sein. Ist das nicht was.
Skizze, symmetrischer Dipol
Man kann ja mal selbst experimentieren. Mein symmetrisch gespeister breitbandiger portabel Dipol hat folgende Abmessungen. Dipollänge A und Dipollänge B sind ca. 6,5 m. Die 'Hühnerleiter' ist ca. 13 m lang. Das alles wird von einem 11 m langen Portabelmast als inverted-V aufgehängt. Als symmetrischen Koppler wird ein Z-Match angeschlossen. Damit bin ich von 40 m bis 10 m qrv. 80m geht auch noch anzupassen.
Wenn der Platz vorhaden ist sollte man eine Dipollänge von 2 mal 13 m aufhängen. Damit vermeidet man wiederum l / 2 und Vielfache davon. Der Dipol ist auf keinem Band resonant. Sollte es bei einer beliebigen Dipollänge doch mal Probleme bei der Abstimmung geben, die 'Hühnerleiter' um ein oder zwei Meter verkürzen oder verlängern. Einfach ausprobieren.
Ein mit einer Hühnerleiter gespeister symmetrischer Dipol sollte so lang sein, wie es die örtlichen Platzverhältnisse zulassen. Die Hühnerleiter, die als Speiseleitung dient, sollte die Fußpunktimpedanz des Dipols so transformieren können, daß der Tuner es anpassen kann.
Stell dir vor, die symmetrische, abgestimmte Speiseleitung wird mittig an den beiden oberen offenen Enden rechtwinklig nach links und recht auseinandergeklappt. An der Resonanzlage ändert sich nichts. Der abgewinkelte Abschnitt der Leitung strahlt jedoch nun die zugeführte Hochfrequenz ab. Das Ergebnis ist ein strahlender Dipol mit abgestimmter Speiseleiung. Siehe Bild.
Es ist eine Antenne entstanden, die aus einem 'nichtstrahlenden' Lechersystem mit einem angekoppelten Strahler besteht. Die Energie vom TRX wird über die 'Hühnerleiter auf den Strahler verlustarm abgestrahlt. 
Die 'Hühnerleiter' und der Strahler sollen auf ihre Betriebsfrequenz abgestimmt sein. Beide können in ihren Oberwellen erregt werden. Die 'Hühnerleiter' wird an ihrem unteren offenen Ende über Strom- oder Spannungskopplung oder in Kombination angekoppelt.
Sowohl Strahler als auch 'Hühnerleiter' dürfen bei der Mehrbandantenne nicht getrennt betrachtet werden. Die optimale Anpassung ist nur möglich, wenn beide Komponeten eine Einheit bilden. Der 'Dipol' ist nicht die eigentliche Antenne, er ist nur der Erreger. Die Antenne ist ein System aus Erreger, Speiseleitung und Umgebung. Das ist bei allen Antennen so. Die Länge der Speiseleitung hat nur eine Bedeutung für die Transformation.
Strahler und 'Hühnerleiter' als Ganzes betrachtet
 
Abgestimmte Speiseleitung
Zweidrahtleitungen sind symmetrisch gegen Erde aufgebaut. Eine Leitung ist abgestimmt, wenn an ihrem senderseitigen Leitungsende entweder ein Stromminimum, man spricht auch vom Stromknoten oder ein Strommaximum, dann sagt man Strombauch, auftritt. Genau in diesem Fall ist der Leitungsscheinwiderstand reell. Diesen Fakt ohne Hilsmittel in der Praxis zu verwirklichen ist fast unmöglich. Aber, ich sage nur symmetrischer Koppler. Ein Koppler ist ein Gerät, das Impedanzen transformiert. Er transformiert die Impedanz vom Ende der 'Hühnerleiter' zu 50 W. Denn diese 50 W will mein TRX sehen. Das Bild zeigt einen Schnappschuß.
Die Verteilung von Spannung und Strom auf einer abgestimmten Doppelleitung zeigt, daß die HF auf den beiden Feedern mit entgegengesetztem Vorzeichen fließt. Die hochfrequenten Felder der beiden Drähte wirken einander entgegen und die Strahlung der Paralleldrahtleitung, 'Hühnerleiter' wird unterbunden oder stark herabgesetzt. Man kann die abgestimmte Speiseleitung als nichtstrahlende Verlängerung der Antenne betrachten.
Aber wichtig, Speiseleitung und Antenne müssen als Ganzes resonant sein. Das erreicht man durch 'schnippeln' für ein Band oder besser durch einen symmetrischen Koppler, der die Blindanteiel auf jedem Band wegstimmen kann.
Strom- Spannungsveteilung auf einer symmetrischen Speiseleitung
Ist das System aus Dipol und Speiseleitung für die betreffende Betriebsfrequenz zu lang, so liegt ein induktiver Blindanteil vor. Ist das System zu kurz hat man einen kapazitiver Blindanteil. Beide Probleme müssen von einem Antennekoppler gelöst werden.
Wegen des großen Anteils stehender Wellen auf der Hühnerleiter muß auf geringe Verluste geachtet werden. Bei einer dauerhaften Installation jeglicher Sorte von Flachbandkabeln können die Verluste durch Verschmutzung und auf Grund des schlechten Dielektrikums erheblich ansteigen. Hier ist eine 'echte' Hühnerleiter vorzuziehen. Bei Portabelbetrieb hat das 240/300 Ohm Flachkabel einige Vorteile. Da wären, leicht zu transportieren, leicht zu verpacken, kein Kurzschluß durch verdrillen der beiden Adern. Die Verlegung ist unproblematisch und eine Verschmutzung bei Portabelbetrieb sollte auch keine Rolle spielen.
Moderne Transceiver haben eine Eigenheit. Ihr Ausgang ist für 50 W ausgelegt. Aber Antennen haben auch ihre Eigenheit. Sie haben Eingangswiderstände aller möglichen Werte, nur nicht 50 W. Eine Anpassung des reellen Widerstandsanteils an die meist 50 W des Senderausgangs und die Kompensation des jeweils komplexen Anteils erfolgt mit Hilfe von C und L im Koppler. Die Güte von C und L sollten recht hoch sein, um die Verluste im Koppler so gering wie möglich zu halten. Besonderes Augenmark verdient L. Siehe Abschnitt Abstimmöglichkeiten.
Der Antennenkoppler gleicht alle die Impedanzunterschiede zwischen den beiden Extremverhältnissen aus. Dabei spielt der Wellenwiderstand der 'Hühnerleiter' eine untergordnete Rolle. Die Speiseleitung ist nur 'Mittler'.
Der Dipol kann also so bemessen werden, wie es die Aufhängepunkte ermöglichen. Auch die Hühnerleiter bekommt die Länge, die vom Speisepunkt der Antenne bis zum Koppler notwendig ist. Es muß also nicht auf den Meter/Zentimeter berechnet werden. Am Einspeisepunkt sind alle Werte des reellen Anteils Speisewiderstand zwischen hoch- und niederohmig möglich. Zusätzlich ist auch immer ein komplexer Anteil vorhanden.
Besondere Wirkungen treten auf, wenn die Speiseleitung eine Viertelwelle, eine Halbwelle oder deren Vielfache lang ist. Das soll vermieden werden. Damit ist für einen Allbanddipol die Länge der Feederleitung unkritisch. Diese Feederleitung muß offen sein und ein entsprechender Koppler der vom unsymmetrischen 50 WKoaxkabel des TRX auf die symmetrische Feederleitung anpaßt ist Vorauusetzung.
Lamda/2 Anpassung   Wenn nun aber die Leitungslänge einer Halbwelle oder Vielfachen davon entspricht, ist die Phasenverschiebung 180o. Es findet keine Transformation statt, am Impedanzpunkt und Einkopplungspunkt treten die selben reellen Impedanzen auf. [zz = z'z']
Hat die Speiseleitung die Abmessungen einer Viertelwellenlänge oder ungeradzahlige Vielfache, tritt durch die Phasenverschiebung von 90o eine Impedanztransformation ein. Gegenüber dem Widerstand am Impedanzpunkt tritt am Einkopplungspunkt ein niederohmiger, reeller Widerstand auf. [zz<z'z']
  Lamda/4 Anpassung
Die abgestimmte Speiseleitung ist die nichtstrahlende Verlängerung der Antenne.
Einen interessanten und lesenswerten Vortrag zum Thema 'Hühnerleiter, Balun und Antennentuner' hielt Wolfgang, DG0SA auf dem Inseltreffen 2009 in Göhren.
 
Abstimmmöglichkeiten des ganzen Systems
Nun das interessante. Wenn man den strahlenden Dipol und nichtstrahlenden 'Hühnerleiter' Abschnitt getrennt betrachtet, dürfen beide außer Resonanz sein. Aber nur unter der Voraussetzung, daß die Zusammenschaltung beider Abschnitte wieder Resonanz ergibt. Aus dieser Tatsache haraus kann man bei einem zu kurz oder zu lang bemessenen Strahler durch eine entsprechende Verlängerung oder Verkürzung der Speiseleitung die Blindanteile am Fußpunkt eleminieren. Generell sollen ganzzahlige Vielfache der Speiseleitung vermieden werden, die Speiseleitung darf also nicht resonant mit der Betriebsfrequenz sein! In der Praxis immer etwas länger oder kürzer ausführen.
Prakisch hat das den riesigen Vorteil, daß man die  Speiseleitung nicht mechanisch verlängern oder verkürzen muß. Das geschieht elektrisch durch einen entsprechenden Koppler am Ende der Speiseleitung. Zunächst muß ich feststellen ob das Leitungsende einen Stromknoten, also hochohmig oder ein Strombauch, niederohmig darstellt.
Bei Spannungskopplung, z'z' ist hochohmig erfolgt die Abstimmung mit dem Parallel Drehkondensator. Der Serienkondensator sollte voll eingedreht sein und seine höchste Kapazität haben. Anders bei Stromkopplung, z'z' ist niederohmig. Hier stimmt man mit dem Serien Drehkondesator ab und die Parallelkapazität ist rausgedreht, also kleinste Kapazität. Eine Universalkopplung ist bei Stromkopplung oder/und
Spannungskopplung sinnvoll. Das ist bei Mehrbandantennen der Fall.
Symmetrische Ankoppelvariante   Symmetrische Ankoppelvariante   Symmetrische Ankoppelvariante
Die folgende Tabelle zeigt die Zusammenhänge der Länge X zu der zu erwartenden Impedanz im Speisepunkt. Also eine grobe Überprüfung, ob man mit der Länge Dipolschenkel + Feederlänge als Summe im günstigen Impedanzbereich liegt.
Quelle der Tabelle ist ‘HF Antennas for All Locations’ von L.A Moxon.
C auf der linken Seite deutet auf eine kapazitive Impedanz und L auf der rechten Seite auf eine induktive Impedanz hin.
Innerhalb dieser Darstellung verweisen die grün gezeichneten Kästchen auf eine hohe Impedanz und die blau gezeichneten Kästchen auf eine niedrige Impedanz. Anzustreben ist eine möglichst durchschnittlich gleichbleibende Impedanz. Das ist nicht immer einfach. Durch etwas probieren, kann man aber das X einigermaßen so ermitteln, dass auf allen gewünschten Bändern eine Impedanz erzielt wird, die der Koppler abstimmen kann.
Beispiel:
Ich möchte eine Antenne für 80, 40, 20 15 und 10m realisieren. Auf Grund von Platzbeschränkungen kann ich nur ca. 20m für den Dipol nutzen. Ich entscheide mich für 2 x 10m und möchte L näherungsweise ermitteln. Immer unter der Maßgabe, auf all den Bändern, die ich nutzen möchte, eine durchschnittliche mittlere Impedanz zu erreichen. Ich möchte vermeiden, dass auf dem einen Band die Impedanz 30 Ohm und auf den anderen Band die Impedanz 1000 Ohm beträgt. Durch die Variation von X kann ich das positiv beeinflussen.
Wenn ich mir einen 10m Strahler plus 9,8m Feeder vorstelle, komme ich auf X=19,8m. Mit diesen Wert gehe ich in die Tabelle, markiere mir X=19,8m als ersten Fixpunkt. Mit einem Lineal drehe ich nun von diesem Fixpunkt über die Bandpunkte und merke mir die Schnittpunkte auf der linken Skala. Wenn ich bei allen zu betrachtenden Bändern in die Nähe zwischen dem blauen und grünen Kästchen komme, liege ich optimal. Auf den höheren Bändern sieht es bei diesem Beispiel ganz gut aus, auf den niederen Bändern muss der Koppler mehr arbeiten, Hi. Bitte die Tabelle nicht als das Non Plus Ultra ansehen. Sie stellt eine grobe, aber schnelle Orientierung dar, ob man im Strom- oder Spannungsmaximum liegt. Probiert es einfach mal.
Die Hühnerleiter sollte immer etwas länger bemessen werden. Mit der Länge der Hühnerleiter können kritische Längen, wo der 'Koppler versagen könnte' ausgeglichen werden. Siehe auch Abstimmumgsüberprüfung mit der Glühlämpchenmethode.
Hier mal einige Beispiellängen, die zu vermeiden sind, wenn ein Multiband Dipol mit abgestimmter Feederleitung erstellt wird. Die Längenangaben setzen sich aus einer Dipolhälfte plus Feederlänge zusammen. Die Längenangaben lassen sich nicht in mm vorgeben, da die äußeren Einflußfaktoren sehr unterschiedlich sein können. Also bitte etwas experimentieren, es sind Orientierungslängen.
1,8 MHz 56,4m 93,7m 131,0m
3,6 MHz 29,3m 48,8m 68,3m
7,0 MHz 15,0m 25,2m 35,2m 45,3m
10,1 MHz 10,5m 17,5m 24,5m 31,5m
14,2 MHz 7,5m 12,6m 17,6m 24,2m 27,7m 32,7m
18,1 MHz 5,9m 9,9m 13,9m 17,8m 21,8m 25,8m 29,7m 33,7m
21,2 MHz 4,9m 8,2m 11,6m 14,9m 18,1m 21,5m 24,7m 28,0m 31,4m 34,7m
24,9 MHz 4,3m 7,1m 10,0m 12,8m 15,6m 18,5m 21,3m 24,2m 27,1m 29,9m
29,0 MHz 3,7m 6,1m 8,5m 11,0m 13,4m 15,8m 18,3m 20,7m 23,2m 25,6m 28,0m
Antennenanpassung mit Paralleldraht, wie lang muss denn ein Paralleldraht bzw. ein symmetrisches Kabel sein?
Unter dieser Überschrift veröffentlichte Artur, DL7AHW einen interessanten Beitrag.
  Bodo, DJ9CS stellt auf seiner Seite ein Grundlagenvortrag zur Anpassung von Antennen bereit. Ich will nicht schon zu viel verraten, schaut euch diese Präsentation einfach mal an.
 
Wellenwiderstand einer 'Hühnerleiter'
Jede Speiseleitung hat eine, ihre charakteristische Impedanz. So auch die 'Hühnerleiter'. Diese Impedanz ist abhängig von den physikalischen Eigenschaften der Paralleldrähte. Das Gute bei einer Zweidrahtleitung ist, daß nur drei Faktoren maßgeblich sind. Der Drahtdurchmesser d, der Abstand D zwischen den Drähten und das Dielektrikum zwischen den Drähten.
Um die Impedanz genau berechnen zu können gibt es verschiedene Gleichungen, die diese drei Faktoren berücksichtigen.Formel
Spreizer D = Abstand der Spreizer vom Zentrum zu Zentrum des Drahtdurchmessers der Feeder
d = Drahtdurchmesser
e = Dielektrizitätskonstante
D und d müssen in der gleichen Maßeinheit sein! Weiterhin muß gelten, daß D viel größer als d ist. [ D>>d ]
Diese Gleichungen gehen von runden Drahtquerschnitt aus.
Gebräuchliche Feederleitungen haben 240, 300, 400, 450 oder 600 W. Aber nicht zu genau nehmen, denn jede andere Impedanz ist möglich. Der Wert des Wellenwiderstandes hat nur eine Bedeutung für die Transformation.
Übrigens ist der Wellenwiderstand der Feederleitung völlig gleichgültig. Siehe weiter unten.
Übrigens ist der Wellenwiderstand der Feederleitung völlig gleichgültig. Siehe weiter unten.
Die berechneten Werte in der Tabelle sind bei weitem präziser als die gemessenen in der Realität. Der sogenannte 'Spagat' von Theorie und Praxis. Wie auch immer, mit einer Abweichung von einem oder zwei Prozent vom errechneten Wert kann man leben. Vorausgesetzt natürlich eine sorgfältige Konstruktion der 'Hühnerleiter'. Das Dielektrikum sollte Luft sein, kann aber auch mit nichtleitendem Material gefüllt oder umgeben sein.
Tabelle Wellenwiderstand Die Tabellenwerte beziehen sich auf ein Dielektrikum aus Luft!
Luft ist das beste Dielektrikum.
Zwei Aussagen werden in der Abbildung deutlich.
Erstens:
Der Verlauf jeder Drahtstärke liefert einen lineare Zuwachs der Impedanz für den angenommenen Feederabstand.
Zweitens:
Mit der Vergrößerung des Feederabstandes im oberen Bereich, werden die Impedanzsprünge geringer.
Für 2 mm Durchmesser im Bereich Feederabstand 10 mm zu 20 mm ist die Impedanzänderung ca. 84 W, während zwischen 90 mm und 100 mm nur eine Impedanzänderung von ca. 13 W auftritt.
Größere Feederabstände reagieren folglich nicht so kritisch mit einer Impedanzänderung. Die Anforderungen an die praktische Realisierung sind etwas unkritischer aber nicht zu unterschätzen!
Diagramm Wellenwiderstand Zur schnellen Orientierung für die Praxis reicht diese Tabelle aus. Es dient zur Feststellung, wo ich überschlagsmäßig mit dem Wellenwiderstand meiner selbstgebauten 'Hühnerleiter' liege. Ein Diagramm veranschaulicht die Zusammehänge immer sehr hilfreich.
 
Führung einer Feederleitung
Bei der Führung einer 'Hühnerleiter' vom Shack zum Strahler sind einige grundsätzliche Aspekte zu beachten. Halte die Feederleitung von Metall fern. Das könnten Armierungen, Regenrinnen, Fallrohre, Metallmasten, etc. sein. Auf langen Strecken sollte mindestens ein Spreizerabstand von allen Gegenständen eingehalten werden.
Zwischen der Feederleitung dürfen auch keine anderen Materialien klemmen. Schon gar keine Metalle!
Hier mal einige Beispiele, wie das in der Praxis realisiert werden kann.
'Hühnerleiter' Abstandsführung
 
Wanddurchführungen
Eine symmetrische Speiseleitung kann ohne großen Aufwand durch eine Wand geführt werden. Das ist ja auch notwendig, denn der Koppler steht ja fast immer im Shack und die Antenne hängt im Freien.
Man muß aber sorgfältige Vorbereitungen treffen, wenn es darum geht, Durchbrüche durch eine Holzwand, Betonwand, Mauerwerk, Glasscheibe oder auch Dachziegel zu bewerkstelligen. Zugute kommt uns, daß der Wanddurchbruch in der Regel nur ein sehr kurzes Stück ist.
Die Störung der Symmetrie ist das Hauptproblem bei einer Mauerdurchführung, denn es bilden sich ja elektrische und magnetische Felder um die Leitung. Störstellen an Spannungs- bzw. Strombäuchen sollten vermieden werden. Auch Abstand von Eisengegenständen halten. Keine Feuchtigkeit zulassen, denn Wasser ist ein sehr guter Leiter.
Immer daran denken, eine hohe Dämpfung zwischen den Leitern zu erreichen. Am besten ist Luft. Keine brennbaren Materialien zur Füllung der Durchführung verwenden. Denn, Hochfrequenz kann sehr heiß werden!
Hier einige Anregungen.
'Hühnerleiter' Wanddurchführungen
Man kann einen Schlitz in die Wand stemmen und die beiden Feeder durchziehen, so daß nichts dazwischen ist. Anschließend ausrichten und fixieren. Dann den Durchbruch mit Polyurethanschaum, branntgehemmt, verdämmen.
Man kann auch die Innenleiter vom RG213 verwenden. Die Abschirmung wird entfernt. Ohne Geflecht und Außenmantel in die Durchführung bringen. Den Feederdraht einfädeln und fertig.
In der Praxis wurden auch Wanddurchführungen als Doppelleitung mit zwei getrennten Koaxialkabeln realisiert. Die Koaxialkabel sind an beiden Enden mit dem Außenleiter zu verbinden. Die Erdung sollte auf der Seite des Kopplers auf Masse gelegt werden. Den Nachteil einer erhöhten Dämpfung muß man aber in Kauf nehmen.
Eine saubere Lösung bietet auch folgende Konstruktion. Man nehme ein geeignetes PVC Rohr. Es sollte im Durchmessser größer sein, als die Hühnerleiterspreizer. Rohr ins Mauerwerk einlassen. Rohrinhalt mit Bauschaum, brandgehemmt, verschäumen. Nach dem trocknen zwei Bohrungen im Abstand der Spreizer vorsichtig durchbohren. Die Symmetrie der Feederleitung sollte gewahrt bleiben. Oder Feederleitung gleich im Rohr arretieren und komplett mit einschäumen.
Bei Annecke gab es mal zwei sehr interessante Teile. Zum einen der Überleitungsableiter, gebaut mit zwei Zündkerzen. Eine Funkenstrecke für die Zweidrahtspeiseleitung schützt den TRX vor statischen Aufladungen. Bei einem Elektrodenabstand der Zündkerzen von 0,7 bis 0,8 mm ergibt sich eine Zündspannung ab etwa 700 bis 800 V. Macht sich in der Praxis sehr gut. Alle dazu notwendigen Materialien sind im Baumarkt zu finden. Wer den Überleitungsableiter nicht selbst bauen möchte oder kann, hier eine Quelle wo das Zubehör erworben werden kann. Zum Anderen die Wanddurchführung. Ein Plasterohr an beiden Enden abgedeckelt mit einer mittigen Speiche.
Annecke ...
 
Alternativen zum Eigenbau
Wer einen Selbstbau scheut kann auch auf eine kommerziell gefertigte Feederleitungen zurückgreifen. Das Dielektrium ist meist nicht Luft, die Feederline ist schwerer und der Preis ist erheblich höher als Eigenbau. Trotzdem sollte man damit experimentieren.
Handelsübliche Bandleitungen aus der Fernsehbranche haben Wellenwiderstände von 120, 240 oder 300 W. Nach längerem Witterungseinfluß muß mit erheblich schlechteren Dämpfungswerten gerechnet werden. Die UV-Strahlung tut ihr weiteres. Das kann sogar so weit führen, daß das Dielektrikum seine elektrischen Eigenschaften verschlechtert. Nur durch eine entsprechende Pigmentierung kann dieser Einfluß verringert werden. Für portablen Betrieb aber bestens geeignet.
Extreme Veränderungen machen sich bei Regen, Reif und Vereisung bemerkbar. Der 'Wasserfilm' ist ein hervorragender Leiter. Das wollen wir aber gerade vermeiden. Es ist schon ein Unterschied, ob eine Feederleitung bei trockenem oder regnerischem Wetter angepaßt wird. Noch extremer ist Eisbefall bzw. Rauhreif. Die Abstimmparamter verändern sich erheblich!
Es wurden in der Praxis bei Frequenzen um die 30 MHz Dämpfungen von ca 5 dB auf 100 m gemessen.
Diese Bandleitung ist aber gut geeignet bei Fielddays und Portablebetrieb. Hier ist kein dauernder Gebrauch vorgesehen.
Interessant ist dann schon wieder die so genannte halboffene Speiseleitungen, Wireman. Bei diesen Materialien bewegt sich der Verkürzungsfaktor um die 0.85 bis 0.90. Im Gegensatz dazu ist der Verkürzungsfaktor bei Luft und Eigenbau von 0.98 nicht zu erreichen.
Flachbandkabel, mitlerweilen eine selten gewordene Rarität. Nachdem dieses Kabel praktisch nicht mehr für Fernseh- und Rundfunkantennen verbaut wird, haben die meisten Hersteller die Produktion eingestellt. Es gibt aber noch Lagerbestände, die auf Flohmärkten wiederzufinden sind. Dieses Kabel ist für uns Funkamateure recht interessant. Flachbandkabel
Es läßt sich sehr gut als 'Hühnerleiterersatz' bei kleinen und mittleren Sendeleistung gut einsetzen. Das symmetrische Fernsehantennenkabel gibt es mit 240 und 300 W. Die Farbe ist gelblich durchscheinend. Auf Amateurfunkflohmärkten ist es noch zu haben. Für Portabeleinsätze bestens geeignet. Wenn es verrottet einfach austauschen.
Dieses 'braune' 300 W Flachbandkabel wird noch vertrieben. Es eignet sich sehr gut als Hühnerleiterersatz bei kleinen und mittleren Sendeleistung.
Es wird aus dunkelbraunem Polyethylen als Volldielektrikum gefertigt. Das Material ist im Gegensatz zu PVC extrem wetterfest und UV-beständig.
300 Ohm Flachbandkabel
Der Temperaturbereich erstreckt sich von ca. - 40 bis + 60 Grad Celsius. Die Bemaßung ist 10 mm breit und 2 mm hoch. Und noch ein Vorteil für Portabelbetrieb, ca. 25g /m leicht. Die beiden Feederleiter haben ca. 0,9 mm Durchmesser. Es ist Litze bestehend aus sieben blanken Kupferdrähten mit je 0,32mm Durchmesser.
Zwar gibt es auch in Deutschland das bewährte 'WIREMAN' zu kaufen. Diese ist jedoch optisch recht auffällig und relativ schwer. Wireman
Wenn man sich für das Wireman-Kabel entscheidet, dann die stärkere Variante mit der Bezeichnung CQ 552, bis ca. 2 kW und Leiter aus dicker flexibler Kupferlitze. Das preiswertere Kabel hat einen dünnen massiven Leiter und bricht häufig bei Windbewegungen. Hier ein paar Daten zu diesem Kabeltyp.
Hühnerleiter, Wireman, v/c=0,905
CQ 552 mit 450 W flexibler Inennenleiter
CQ 553 mit 450 W starrer Innenleiter
CQ 562 mit 300 W flexibler Innenleiter
300 W Flachbandkabel aus den USA als Hühnerleiter-Alternative. Flachbandkabel
Es ist aus Schaumdielektrikum, überzogen mit einem soliden, schwarz eingefärbten Mantel aus Polyethylen. Polyethylen ist im Gegensatz zu PVC extrem wetterfest und UV-beständig.
TWINWIRE, ist eine symmetrische Speiseleitung mit 700 W von höchster Qualität. Eine echte 'Hühnerleiter'. Bei einem Gewicht von 12 g/m, einer Dämpfung von 0,2 dB bei 30 MHz auf 100 m und einer Belastbarkeit von 5 kW kann man nicht meckern. Der Leiterabstand ist 100 mm und die Zugfestigkeit beträgt 180 k. TWINWIRE
TWINCOM, Symmetrische Speiseleitung mit 250 W. Kann wie normales Koaxkabel verlegt werden, also unempfindlich gegen Umgebungseinflüsse. Der flexibler Leiter besteht aus Litze mit 7x 0,75 mm. Die Belastbarkeit ist mit bis zu 4 kW PEP angegeben. Die Isolation soll laut Hersteller bis zu 20 kV Spannungsfest ausgelegt sein. Angegeben wird eine Dämpfung von 0,5 dB bei 30 MHz auf 100 m. TWINCOM
Eine weitere Alternative ist die 'Lautsprecherlitzen-Hühnerleiter'. Die Doppellitze mit ca. 90 WWellenwiderstand, wird mit dem Fingernagel nach ca. 12m mittig getrennt. Ein kleiner Kabelbinder fixiert die 'Abzweigstelle', damit die Litze nicht weiter aufdröselt. Fertig. Aber beachte, dass dieses Lautsprecherkabel nicht UV beständig ist. Für Portabel gut geeignet, aber für stationären Betrieb eher ungeeignet. Die Litze verottet, die Isolierung wir porös, Feuchtigkeit dringt ein und der Oxidationsprozess beginnt. Der Zeitpunkt, wo die Litze reißt ist abzusehen. Lautsprecherlitzen-Hühnerleiter
Hier noch eine Möglichkeit, in ganz kurzer Zeit eine portabel Antenne zu 'konstruieren'. Das leichte Feldkabel wird mit dem Fingernagel, Frauen sind da im Vorteil, auf Strahlerlänge aufgeschlitzt. Der sogenannte 'Elektrikerknoten' gestattet einen lötfreien Übergang von Strahler und Speiseleitung. Da der Knoten Feeder und Strahler kreuzen, könnte es zu Fehlanpassungen oder anderen Komplikationen kommen, so die Experten. Ich habe es noch nicht ausprobiert. Die Praxis sollte es zeigen. Knoten in der Entstehung
Das Schema zeigt deutlich wie der Knoten entsteht. Einfach mit den beiden Feederdrähten eine Schlaufe bilden und linken Feederdraht durch rechte Schlaufe und rechten Feederdraht durch linke Schlaufe fädeln, fertig. Dann noch zusammenziehen, aufhängen, anmatchen und eine Test-QSO fahren.  Schema des Knotens Knoten zusammengezogen
 
Abstimmung der kompletten Antennenanlage
Für die Ankopplung der 'Hühnerleiter' an den Sender ist ein Universamabstimmgerät, Z-Match zu benutzen. Die Eingansimpedanz zum TRX, 50 W, muß angepasst werden. Dagegen sollte die Ausgangsimpedanz zur Hühnerleiter 25 bis 8000 W angepaßt werden können. Eine Antenne mit abgestimmter Speiseleitung wird fast immer als Mehrbandstrahler verwendet. Das bedeutet Spannungs- oder Stromkopplung. In der Praxis stellt sich fast immer eine Mischanpassung ein, da das anzupassende Ende der 'Hühnerleiter' hochohmig bzw. niederohmig sein kann. Damit ist es leicht möglich, Antenne und Speiseleitung in Resonanz mit der gewünschten Betriebsfrequenz abzustimmen.
Hier einige kommerziellen Anbieter von 'echten' symmetrischen Kopplern.
http://emtech.steadynet.com
http://www.mfjenterprises.com
http://www.qrpproject.de
http://www.hamware.de
http://www.titanex.de
Mit einem Annecke Antennenkoppler paßt man jede symmetrische Antenne an. Aber die richtige Einstellung der Induktivität und Kapazität ist zu beachten.
Gehe davon aus, daß nur eine Einstellung richtig ist. Laß dich auch nicht von einem SWR von 1:1 täuschen, daß du zwischen Transceiver und Koppler abliest. Du hast zwar ein optimales SWR aber an der Antenne kommt keine oder nur sehr geringe HF an. Nun, wie erkennt man die richtige Einstellung? Eine ganz einfache Methode kommt zur Anwendung, der 'Glühlämpchenindikator'. Annecke symmetrischer Koppler
Suche in deiner Bastelkiste nach Glühlampen von 6V / 0,06A oder 12V / 0,1A. Ein wichtiger Aspekt ist die Paarigkeit betreffs Widerstand. Nimm mehrere Glühlampen und ermittele im kalten Zustand ihren Widerstand. Die zwei Glühlampen mit nahezu gleichem Widerstand kommen zum Einsatz. Schleife diese beiden Glühlampen nun parallel in die Hühnerleiter ein. Wichtig ist parallele Anordnung oder anders ausgedrückt, gleicher Abstand auf beiden Feederleitungen.
Wireman mit Abgreifkontaktstiften
Da die Lämpchen nicht immer zur Abstimmung gebraucht werden, habe ich eine Variante gefunden, den 'Glühlampenindikator' mit Microklemmen zu fixieren. Ich habe Wiremankabel benutzt und an vier Feederpunkten die Isolierung entfernt. In die blanke Litze wurde je ein Kontaktstift mechanisch fixiert und anschließend verlötet. Das sind die späteren Abgreifpunkte zum Anschluß des 'Glühlämpchenindikators'.
'Glühlampenindikator'
Und so sehen die beiden identischen Indikatoren aus. Links Microklemme und Glühlampe, Litze und am anderen Ende nur eine Microklemme. Im unteren Bild ist der Indikator angeschlossen und bereit den maximalen Strom durch Leuchten der Lämpchen anzuzeigen.
'Glühlampenindikator' einsatzbereit
Nimm dazu ein Stück Draht, etwa 150-250 mm lang. Da die Lämpchen parallel zum Feeder angeklemmt werden reduziert man gleichzeitig die Induktivität des Glühfadens. Das Stück 'überbrückte' Feederleitung wirkt als Shuntwiderstand. Der absolute Antennenstrom ist für uns Ömer gar nicht so interessant. Beim Abstimmen ist das Erkennen eines Maximums des Antenenstromes oft ausreichend. Dazu dient dieser einfache Glühlampenindikator, der durch helles Aufleuchten zweier Glühlampen den möglichst gleichen Antennestrom anzeigt. Glühlampenidikator ...
Hier noch mal ein paar Detailfotos des 'Glühlampenindikators'.
Detailfotos vom 'Glühlampenindikator'
Es geht natürlich auch mit einem Drehspulinstrument.
Nun noch etwas wichtiges. Bitte mit geringster Leistung den Abstimmvorgang beginnen. Ich schlage 0,5 bis 1Watt vor. Sicher kannst du dir vorstellen, daß die Lämpchen 100 Watt HF nicht überstehen werden. Wir wollen ja nicht die abgestrahlte Leistung analysieren, sondern nur die Symmetrie der 'Hühnerleiter' feststellen. Dazu ist die Leistung unbedeutend.
'Hühnerleiter' ... Sie dient nur, um die Glühlampen hell leuchten zu lassen. Beide Lämpchen sollten gleich hell leuchten. Nur dann liegt Symmetrie vor, andernfalls hat man eine Unsymmetrie. Dann sollte man den selbstgebauten Koppler, die Konstruktion der Hühnerleiter und die Länge der Dipolhälften überprüfen. So weit so gut.
Nun stellst du aber fest, daß beide Lämpchen auf dem einem Band gleich hell leuchten, aber auf jedem anderen Band stellt sich eine unterschiedliche Helligkeit ein. Das ist richtig.
Erinnere dich, daß auf einem Band Spannungskopplung auf dem anderen Stromkopplung oder Mischkopllung herrschen kann. Du solltest durch Experimentieren einen Punkt auf der Hühnerleiter für alle genutzten Bänder suchen, wo ein Helligkeitsmittelmaß festzustellen ist. Das ist optimal. Ich nutze diese Lämpchen oft als Indikator, denn eine geringe Spannungsänderung erkennt man an einer deutlich sichtbaren Helligkeitsänderung. Das macht sich gut beim Fieldday  und im halbdunklen Shack. Diese Prozedur macht man natürlich nur einmal, denn die Einstellungen von C und L notiert man sich pro Band in einer Tabelle. Diese Tabelle möchte ich bei einem schnellen Bandwechsel nicht missen. Natürlich kann man seinen Koppler und seine Antenne mit der Zeit und schaut nicht mehr so oft in die Tabelle. Bei QRP den Indikator bei erfolgreicher Abstimmung wieder abklemmen, denn jedes mW soll zur Abstrahlung kommen.
Wenn Unsymmetrien auf der Speiseleitung gemessen werden, kann das mehrere Ursachen haben. Ein selbstgebautes oder aber ein industriell gefertigtes 'echtes' symmetrische Anpaßgerät weist auf der Feederleitung zu große Differenzen auf. Bis ca. 10 MHz merkt man es fast gar nicht, aber in den höherfrequenten Bändern erkennt man eine zunehmende Unsymmetrie. Das muß nicht immer die Hühnerleiter selbst sein. Oft sind es Unsymmetrien des Abstimmgerätes auf seinen Ausgang. Höhere Frequenzen werden einfach nicht symmetrisch ausgekoppelt!
Sollten Unsymmetrien festgestellt werden, dann messen und den Wert merken. Anschließend das Feederkabel am Anpaßgerät umklemen und erneut messen. Beide Stromverteilungswerte vergleichen. Sind die Werte etwa gleich groß, kommt die Unsymmetrie nicht von der Feederleitung, sondern meist aus dem Anpaßgerät. Bei Wertegleicheit sollte man die Ursache in der Feederleitung suchen. Im letzterem Fall hilft oft bereits ein Verkürzen oder Verlängern der Feederleitung.
Mit einer Stromzange kann man auch sehr einfach die Stromverteilung der beiden Feederleitungsstränge bestimmen. In der Literatur gibt es viel einfache Bauanleitungen dazu. Vorteil ist hier auch, dass die zu messende Leitung nicht aufgetrennt werden muss. Siehe auch Meßbügel-Stromdetektor.
Hier zwei Beispiele. Die beiden Bilder wurden im Internet gefunden.
Stromzange in Handarbeit ...
Stromzange auch in Handarbeit ...
 
Ein paar Worte zu BALUNs
Baluns führen nur eine indirekte Abstimmfunktion aus. Ein 4:1 Balun transformiert z.B. 200 W zu 50 W, aber auch 400 W zu 100 W oder 600 W zu 150 W. Mein TRX will aber nur 50 W sehen.
Balun   Also muß ich weiter transformieren, um auf 50 W zu kommen. Aber wie? Ein Balun bei Mehrbandantennen transformiert den Antennenfußpunktwiderstand, egal wie groß, im realisierten Verhältnis, hier 4:1. Den Rest muß ein Koppler machen. Ich komme dem Koppler mit einem Balun gewissermaßen entgegen, in dem ich ihn nicht so sehr an seinem Grenzbereich fordere. Viele Koppler haben einen eingeschränkten Transformationsbereich. Es sollen z.B. 600 W auf 50 W transformiert werden. Mein Koppler kann aber nur maximal 350 W verarbeiten. Ein Balun, 4:1 würde von 600 auf 150 W transformieren, den Rest macht mein Koppler. Denn 150 W kann er verarbeiten. Ein Balun kann nicht 50 W erzwingen!
Es hängt von den elektrischen Merkmalen des Baluns und der Fußpunktimpedanz der Antenne ab.
Hier mal ein weitere praktische Anwendung. So wie es hier im Bild zusehen ist, werden die 50 W, die mein TRX sehen will an den Balun gegeben und nach 200 W transformiert. Die Hühnerleiter ist direkt angeschlossen. Zur exakten Transformation des Antennenfußpunktwiderstandes ist ein Tuner notwendig. In der Praxis kann man diese Variante verwenden, wenn die Transformationswerte der Antenne annähernd bekannt sind und dem Transformationsverhältnis des Baluns annähernd entgegenkommen.
Balun direkt an Hühnerleiter angeschlossen
Ein Tuner zwischen TRX und Balun sorgen für eindeutigere Transformationsverhältnisse. Auch ein automatischer Tuner, wie zum Beispiel der T1 von Elecraft paßt so 'fast' jede Antenne an. Wenn der Tuner symmetrisch aufgebaut ist, kann der Balun entfallen. Letzeres ist die bessere Variante, um maximalen Output an die Antenne abzustrahlen, besonders wichtig bei QRP.
Interessante praktische Testerfahrungen zum Balunaufbau und der verwendeten Materialien findet man bei Andreas, DG3OBK.
Weitere interessante praktische Testerfahrungen zum Balunaufbau und der verwendeten Materialien veröffentlicht Wolfgang, DG0SA.
 
Kommerzielle Anbieter, die Materialien zum Bau einer 'Hühnerleiter' anbieten
Kommerzielle Anbieter von Materialien zum Bau einer 'Hühnerleiter' Kommerzielle Anbieter von Materialien zum Bau einer 'Hühnerleiter'
 
Anregungen zum Bau einer HomeBrew 'Hühnerleiter'
Wer seine 'Hühnerleiter' selbst bauen möchte, hier einige Anregungen.
Draht für die Feeder zu organisieren ist sicher nicht das Problem. Aber wie und aus welchem Material können die Spreizer selbst gefertigt werden. Ein gut sortierter Baumarkt kann hier die Grundlage schaffen.
Zuerst muß man eine Entscheidung treffen. Feederdraht fädeln oder nicht fädeln.
Die 'Fädelvariante' hat zwei entscheidende Nachteile. Das Durchfädeln des Feederdrahtes ist aufwendig und erfordert viel Zeit. Für eine kurze Feederleitung von ca. 2 bis 5 m ist die Fädelei noch zumutbar. Ich habe mal ca. 210 Spreizer für eine 13,5 m lange Speiseleitung gefädelt und brauchte ca. 4 Stunden. Ein Austausch der Spreizer zu einem späteren Zeitunkt ist sehr aufwendig, ja fast unmöglich. Es müssen alle Spreizer abgefädelt werden. Oder der Feederdraht muss durchgeschnitten und die nachfolgenden Spreizer rangeschoben werden. Am Ende kann dann ein neuer Streizer aufgefädelt werden. Mühsehlig, Hi. Das sollte aber vermieden und nicht sehr oft praktiziert werden.
Die 'Nicht Fädelvariante' ist einfacher zu beherrschen. Ein Austausch defekter Spreizer ist problemlos möglich. Alten Spreizer einfach heraustrennen und neuen Spreizer einfügen, kinderleicht.
Weiterhin sollte man unterscheiden, ob die 'Hühnerleiter' für eine dauerhafte Montage auf dem Gründstück oder nur für portabel Gelegenheiten gebaut werden soll.
In beiden Fällen spielt auch das Gewicht eine nicht untergeordnete Rolle.Rechts noch Klemmen und Kauschen, die für den Hühnerleiterbau Verwendung finden können. Klemmen und Kauschen
Spreizermaterialien ...
Die hier aufgezeigten Varianten einer 'Hühnerleiter' nutzen alle Luft als Dielektrikum. Welche Dämpfungswerte die verwendeten Spreizer ausweisen, wie die Witterungs- und UV-Beständigkeit ist, wurden nicht untersucht. Besonders bei einer dauerhaften, ortsfesten Montage sollte man genauere Rechergen anstellen. Wichtig ist auch zu wissen, daß Regen, Reif und Nebel die Dämpfung erhöht und sich der Wellenwiderstand teilweise erheblich verändert. Das ist nicht ganz so schlimm, wenn der Koppler den Widerstand noch transformieren kann.
Ich hatte eines Morgens eine Rauhreifschicht von ca. 2 cm um den Strahler und die 'Hühnerleiter' war fast vollständig von einem Eispanzer umgeben. Da wirken plötzlich Zugkräfte die man sicher nicht in einer Berechnung berücksichtigt hatte. In so einer Situation kann man nur hoffen und abwerten. Ich hatte Glück. Die Morgensonne taute alles wieder ab. 
Homebrew 'Hühnerleiter' Herstellung ...   Bilder von der Herstellung meiner Homebrew 'Hühnerleiter'
'Hühnerleiter' Transporttommel   Bilder von einer 'Hühnerleitertransporttrommel' für Portabeleinsätze
'Hühnerleiter' Übergang Feederline zum Strahler   'Hühnerleiter' Übergang Feederline zum Strahler
'Hühnerleiter', Spreizer nach der Klebestreifenmethode   'Hühnerleiter', Spreizer nach der Klebestreifenmethode
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Kabelbindern   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Kabelbindern
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus L-Plasteprofil zum Fädeln   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus L-Plasteprofil zum Fädeln
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus 'Spannbändern' zum Fädeln   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus 'Spannbändern' zum Fädeln
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus 'Spannbändern' mit Kabelbinder   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus 'Spannbändern' mit Kabelbinder
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Plasteröhrchen und Kabelbinder   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Plasteröhrchen und Kabelbinder
'Hühnerleiter', Spreizer geschlitzt, hergestellt aus Plasteröhrchen   'Hühnerleiter', Spreizer geschlitzt, hergestellt aus Plasteröhrchen
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Gardena Micro-Drip Schlauch   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Gardena Micro-Drip Schlauch
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Plastik Klemmleisten   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Plastik Klemmleisten
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Kabelbinderstückchen   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Kabelbinderstückchen
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Plast-Schweißdraht   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Plast-Schweißdraht
'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Polyäthylen Rundstabmaterial   'Hühnerleiter', Spreizer hergestellt aus Polyäthylen Rundstabmaterial
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